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Wir schreiben den 31. Januar.. bzw. eigentlich schon den 01. Februar, denn während ich darüber sinierte, ob es sinnig sei, aufzuschreiben, was ich gedenke, überschritt der große und auch der kleine Zeiger die 00:00 Uhrgrenze.
Ich seufze schwer. Es ist wie ein ewiger Monolog mit mir selbst. Ich mag meine Gedanken nicht, und noch viel weniger, sie papierlich festzuhalten und noch während ich mir der Absurdität von „papierlich“ bewusst werde, kommt wieder das Gräuel in mir hoch, noch immer keine vernünftige Entscheidung über die Wahl meines nächtlichen Getränkes getroffen zu haben.
Vielleicht sollte ich einfach in die Küche gehen und blind hantierend schon irgendwas in die Tasse zu kippen schaffen. Jedoch selbst der Gedanke an den Aufwand verdirbt mir wieder alles.
Schnell merke ich, daß mich schreiben nicht erleichtert. Taten sollten der Verwirrung folgen, doch weiß ich nicht wie und wohin. Ich drehe mich im Kreis.
Es vergeht kein Tag, ohne, daß nicht ein Tag vergangen ist. Da ist kein Stillstand, selbst wenn alles sich wie erfroren in den jungen eisigen Nächten wieder spiegelt.. das alte Lied von den Sternen, die längst nicht mehr dort leuchten, wo wir winzigen Kreaturen sie erblickten. Heute weiß ich nicht, ob es mich bezaubert, oder ich es nicht leid bin, mir ständig Gedanken darüber machen zu müssen, wo ich stehen müsste, um tatsächlich unter den Sternen zu stehen, die ich gerade mit müdem Blinzeln erfasst habe.
Ich fühle mich träge…
tatsächlich vergeht die Zeit gefühlten Fluges, die Erde dreht sich in rasanter Geschwindigkeit, läßt aber aufgrund ihrer extremen Größe ein Bild einer kriechenden Schnecke mit gewaltigem Backroundzirpen in meinem Kopf entstehen… während sich im Hintergrund langsam die Morgensonne erhebt…
auch das in einem „Affenzahn“ … ich kämpfe noch immer mit der Schleimerimpression.
Warum eigentlich sagt man >>Affenzahn<<, wenn es um höhere Beschleunigungen geht? Wahrhaftig fällt mir dazu nicht sehr viel mehr ein, als ein weiteres dämliches Bild, von einem sich an seinem breiten behaarten Hintern kratzenden Schimpansen, der das Lianenhangeln an geflechteten Stricken in seinem zoologischen Glashaus neu für sich entdeckt hat… aber was hat das mit seiner Kauleiste zu tun und wo ist der atemberaubende Geschwindigkeitsrausch?
…träge, wie gesagt..
ich könnte es googlen, aber das würde mich noch sehr viel mehr langweilen. Eventuell habe ich einen neuen Begriff entdeckt, der mir nun wieder einen langen Tag Beschäftigung in Form von Ablenkung von den wirklich unangenehmen Themen beschert. Warum also den einfachen, kunstlosen Weg gehen, mich meiner primitiven Art beugen und einfach nachlesen, was andere extra für solch gedanklich Schwache wie meiner einer, irgendwo auf irgendeiner werweißwasweißichwas-Seite gepostet haben?
Wie ich finde, befasse ich mich nun schon wieder viel zu lange mit Schleim und Affenärschen.
Kakao!
Ausgezeichnet…!
….Sterne jedenfalls gibt es heute Nacht unzählige zu sehen, egal jetzt obgleich der Tatsache, daß ich in schwarze Löcher starre, die mir nur ein unbefriedigendes Nachglühen schenken. Eisige Polarluft zieht dieser Tage durch die Lande… und das einzige bisschen Schnee, daß dieser Winter uns gönnte, bleibt somit ersteinmal schockgefrostet seiner Umwelt erhalten.
Vielerorts findet man merkwürdige Schneegebilde vergeblicher Versuche, aus Pulver Leben in Form von Formen entstehen zu lassen. Die Highlights jüngst waren die Goldengatebridge in mini und der Borg-Kubus aus Star Trek – The next Generation. Ich konnte das neuroelektronische Feld förmlich spüren!
Jedenfalls ließ meine Phantasie nichts anderes zu.
Aber was lästere ich über misslungene Kunst…
..langsam versuche ich mir jedoch auch einzureden, daß es einen gewissen Kunstwert habe das gewandte Selbstgespräch dekorativ zu gestalten und somit als kulturelles Sozialgut dar zu stellen. Dann aber fällt mir wieder ein, wie sehr ich mich von sozialem Kulturgut nur zu gerne distanziere… das fängt ja bereits beim Telefonieren an…
aber ist Telefonieren kulturell? … domestiziert über Jahre hinweg und mit brauchbarem Inhalt gewagter verbaler Korrespondenzen am passenden Ohr eventuell offiziell verwertbar, auch wenns keine alte Sau interessiert, aber man sich nach solch einem Gespräch trotzdem geil findet, aufgrund der Begeisterung über die enorme Eigenwortgewandtheit und dem Streben nach einem neuen Rekordbruch an Fremdwörtern in einem Satz, von denen man an der Hälfte jener sich selbst nicht mal so sicher ist, zu wissen, was sie bedeuten?!
Ich löffle einen fetten Klumpen Kakao aus der Tasse…
der Inbegriff über den heutigen Blogtext.
Ein schleimiger Schokoklumpen!
Schleimig = träge = Schoko = brauchichummichbesserzufühlenauchwennskeineninteressiert = Affenarsch…
hmmm…
Mir missfällt die Extreme, mit der ich verbalfäkal versuche mir nichtsbringende Erleichterung auf die Seele zu reden… Absurdität schiebt den Trieb der bitteren Ernsthaftigkeit aus dem Blickzentrum – sagt man..
Der Ansatz war gut, die Umsetzung mangelhaft.
Heute Nacht ist es so kalt, daß die Sterne sogar leicht funkeln … ich erinnere mich an den späten Sommer, an grüne Noppengummibälle und kleine blaue Autos mit weißen Dächern. An merkwürdige Gleichungen „du + ich = 6“ und rote Hausmauern mit Echsen und Steinen… viel zu schnell war es Herbst und Stillstand, wo doch kein Stillstand sein kann, weil alles fließt, egal, wie hohe Wälle und Dämme man aus Geäst und Sand auch aufwirft. Vor meinem inneren Auge drehen sich noch immer die schweren Räder der Mühle mit immer dem gleichen monotonen Gerumpel… Kerry trinkt aus dem Brunnen (der Ewigkeit) in der Mitte des Gartens, der so grell von pink und violett umrungen erblüht, es selbst die ultracoolen Secway-Fuzis zu einem kurzen Break veranlasst, um das Blütenmeer abzulichten.
…die Felder waren hochgewachsen… zwischen jedem Hälmchen schweigt leise Erinnerung…
Kein Stillstand… und doch wirkt die Nacht heute wie ewig… die eisige Luft steht und weite Stille üerzieht die kleinen bescheidenen Siedlungen, denen meine Gunst nun wieder zuteil wird.
Noch wenige Wochen, dann wird der große Bezirk wieder herausgekramt, die Schutzschilde auf Maximum hochgefahren, gebettet in lauschiger Hoffnung, sie nicht zu brauchen…
zumindest leise kündigt er sich dann schon an,
Frühling…
dann wenigstens, geht es nicht mehr nur ums nackte Überleben, wie aktuell der Körper all seine Energien darauf verwendet das Blut auf menschlich vertretbarer Temperatur zu halten (meine Mutter geht immernoch davon aus, daß ich Malaria habe!),
sondern hat dann auch wieder eine Hand voll Reserven, Wunden zu lecken, die nicht nur von Eis und Kälte Verantwortung tragen…
… ansonsten bis bald am See! …
adios..
i feel you

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